Gesundheit Graz

Grazer Blutbank sieht sich nach Hackerangriffen auf Kühlsysteme gut gerüstet

Nach Hackerangriffen auf Kühlsysteme in Europa, die auch Blutbanken in Frankreich trafen, sieht die KAGes die Blutbank am Uniklinikum Graz gut geschützt.

Drei Blutkonserven mit unterschiedlichen Blutgruppen auf weißer Fläche
Symbolbild Foto: Charlie-Helen Robinson / Pexels · Pexels-Lizenz

Die Grazer Blutbank sieht sich nach den jüngsten Hackerangriffen auf Kühlsysteme in Europa gut gegen Cyberattacken gerüstet. Das erklärte die steirische Krankenanstaltengesellschaft KAGes gegenüber dem ORF Steiermark. Die Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin am LKH-Uniklinikum Graz, die Blutbank, ist die zentrale Stelle für Blutkonserven im Land.

Angriffe auf Kühlsysteme in Europa

Hackerangriffe auf Kühlanlagen häuften sich in Europa zuletzt, vor allem in Supermärkten; Tausende Tonnen Lebensmittel verdarben. Am Montag, 2. November 2026, waren in Frankreich erstmals auch Kühlanlagen von Blutbanken betroffen. Betroffen waren nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums mehrere regionale Standorte des staatlichen Blutspendedienstes; die Täter sind unbekannt. Die gelagerten Blutkonserven blieben unbeschädigt. Der ORF nennt dafür vorhandene Kontrollmechanismen, SRF Alarmsysteme und schnelles Eingreifen.

Was KAGes und Fachleute sagen

Markus Pedevilla, Direktor für Digitalisierung und IT bei der KAGes, erklärt, sämtliche Datenströme zwischen dem KAGes-Netz und dem Internet würden laufend überwacht und auch von Fachleuten beobachtet. Daniel Gruss, Professor für Cybersicherheit an der TU Graz, hält einen Angriff dennoch auch in der Steiermark nicht für ausgeschlossen: „Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß und wann.“

In einigen bisher bekannten Fällen gelangten Angreifer über Geräte ins System, deren Standardpasswort nie geändert worden war. Verwundbar sind laut ORF Steiermark auch Anlagen mit Fernzugriff für Hersteller, der etwa für Wartung oder im Garantiefall eingerichtet ist.

Auch private Haushalte können betroffen sein, weil dort immer mehr Geräte online sind, vom Saugroboter bis zur elektrischen Jalousie. Gruss rät dazu, Geräte nur dann online erreichbar zu lassen, wenn es nötig ist, die Funktion sonst gezielt abzuschalten oder das Gerät gar nicht erst ans Netz zu hängen.

Weitere Maßnahmen der KAGes oder der Behörden wurden in den vorliegenden Berichten nicht angekündigt.

Quellen

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