Caritas, VinziWerke und die Stadt Graz haben am Donnerstag, 5. November 2026, vorgestellt, wie Menschen ohne Wohnung durch den Winter kommen sollen. Nach Angaben der Stadt soll in Graz niemand im Freien übernachten müssen. Die Organisationen erwarten wegen höherer Wohn-, Lebensmittel- und Energiekosten einen besonders fordernden Winter.
Mehr Plätze bei Caritas und VinziWerke
Die Caritas bietet im Rahmen einer neu aufgestellten Winternothilfe zwischen November und Ende März 35 zusätzliche Schlafplätze an. Sie entstehen in bestehenden Häusern: 25 Plätze für Männer in der Arche 38 (Eggenberger Gürtel 38) und zehn für Frauen im Haus FranzisCa (Georgigasse), wo auch Kinder flexibel untergebracht werden können. Die Arche 38 kommt damit auf 60 statt bisher 35 Notschlafbetten, wie der ORF Steiermark berichtet. Tagsüber können Betroffene unter anderem zur Bahnhofmission oder ins Marienstüberl der Caritas kommen und werden dort versorgt und unterstützt.
Die VinziWerke haben VinziNest und VinziSchutz von Grund auf saniert. Dadurch ist Raum für 65 Männer und 20 Frauen entstanden. Geschäftsführerin Amrita Böker sprach von einem großen Kraftakt, den öffentliche Hand, Diözese, Privatpersonen und Unternehmen mitgetragen hätten. Ihr zufolge sind die Notschlafstellen zunehmend ausgelastet, der Beratungsbedarf wächst, und die Anliegen der Hilfesuchenden werden komplexer.
Kältetelefon und Bilanz des Vorjahres
Weiterhin gibt es das Caritas-Kältetelefon: Wer abends jemanden sieht, der draußen übernachten muss, kann das dort melden. Freiwillige suchen die Betroffenen auf, bieten Hilfe an und vermitteln nach Möglichkeit einen Platz in einer Notschlafstelle; bei Bedarf gibt es Schlafsäcke, Decken, Kleidung, Tee und Snacks. Im Winter 2025/26 zählte die Stadt Graz 808 Anrufe. Mehr als 50 Ehrenamtliche waren unterwegs, in 19 Fällen gelang die Vermittlung in eine Notschlafstelle.
Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) sagte: „Ein warmer und sicherer Zufluchtsort ist kein Privileg, sondern ein menschliches Grundbedürfnis.“ Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler verwies auf die anhaltende Teuerung. Sollte die Sozialhilfe eingeschränkt werden, befürchten Caritas und VinziWerke eine weitere Verschärfung der Lage.
Das Kältetelefon ist bis Ende März täglich zwischen 18 und 24 Uhr besetzt.
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