Der Rechnungshof stuft die Förderlandschaft für den Heizungstausch in Österreich als schwer durchschaubar ein und bemängelt, dass sie Haushalte mit geringem Einkommen nicht gezielt erreicht. Das geht aus seinem Bericht hervor, der am Freitag, 6. November 2026, veröffentlicht wurde. Der Bericht nimmt Fördermodelle des Bundes, der Bundesländer Wien und Steiermark sowie einiger steirischer Gemeinden aus den Jahren 2020 bis 2024 unter die Lupe.
Mehrfachförderung und Förderstopps
Förderwerbende konnten laut Bericht Zuschüsse mehrerer Gebietskörperschaften gleichzeitig beantragen. Dadurch überstiegen die Zuschüsse ab 2024 in einzelnen Fällen die Investitionskosten, die Förderquote lag also über 100 Prozent. Der Rechnungshof empfiehlt eine zentrale Anlaufstelle („One-Stop-Shop“), um Doppelgleisigkeiten und mögliche Überförderungen zu beseitigen.
Zudem verlangt er mehr Planbarkeit: Bei mehreren Programmen folgten auf eine Phase großzügiger Förderung Förderstopps, weil die Mittel aufgebraucht waren. Für den mehrgeschoßigen Wohnbau, auf den im Prüfzeitraum nur sechs Prozent der Förderungen aus „Raus aus Öl und Gas“ entfielen, rät der Rechnungshof dazu, zügig rechtliche Erleichterungen für Sanierungen und den Heizungstausch zu erarbeiten.
Ein Programm für einkommensschwache Haushalte („Sauber Heizen für Alle“) stand laut Medienberichten zum Bericht ausschließlich Menschen offen, die ein Eigenheim oder Reihenhaus besitzen. Es machte demnach rund vier Prozent aller Förderfälle aus; in Wien gab es kaum Fälle.
Zahlen zur Förderung
Positiv vermerkten die Prüferinnen und Prüfer, dass der Austausch fossiler Heizungen im Prüfzeitraum deutlich zugenommen hat. Zwischen 2020 und 2024 flossen vom Bund rund 1,7 Milliarden Euro in mehr als 162.000 Heizungsumstiege. Das Land Steiermark zahlte in dieser Zeit 65,5 Millionen Euro (24.107 Förderfälle), Wien 30,7 Millionen Euro (6.618 Förderfälle).
Ob und wie die Empfehlungen umgesetzt werden, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor.
Quellen
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